Logbuch Generationswechsel für kleine und mittlere Unternehmen in Sachsen

Kleine und mittlere Unternehmen (KMU) prägen die wirtschaftliche Landschaft Sachsens. Diese stellen mit einem Anteil von 75 Prozent nicht nur die meisten Arbeits- und Ausbildungsplätze zur Verfügung, sondern erwirtschaften auch zwei Drittel aller unternehmerischen Umsätze im Freistaat. Die aus dem demographischen Wandel resultierenden Probleme stellen für diese Unternehmen eine besondere Herausforderung dar und erreichen im Generationswechsel einen kritischen Punkt, da der Bestand des Unternehmens und die Sicherung der Fachkräfte an das Gelingen der Übergabe geknüpft sind. Zwar wurden Unterstützungsangebote für KMU im Generationswechsel in den letzten Jahren ausgebaut, doch hatten diese bisher nicht die erwünschte Wirkung. Es zeigt sich, dass insbesondere emotionale und zwischenmenschliche Faktoren in diesem Zusammenhang vernachlässigt werden, obwohl sie für einen erfolgreichen Übergabeprozess eine zentrale Rolle spielen.

Genau hier setzt das Projekt an und zielt unter dem Fokus auf Personalführung darauf ab, dass Generationswechsel in KMU als Chance wahrgenommen werden und diese ihr Potenzial in positiver Hinsicht entfalten können. Im ersten Schritt werden passgenaue und niederschwellige Beratungs- und Weiterbildungsangebote sowohl entwickelt als auch evaluiert – mit dem Ziel, den Bedarf an pädagogischer Begleitung von sächsischen KMU in Generationswechseln aufzugreifen. Neben der Entwicklung von pädagogischen Angeboten geht es in einem zweiten Schritt vor allem um das Aufschließen der Zielgruppe (Führungskräfte und Mitarbeiter/innen in KMU), indem für vorhandene Bedarfe sensibilisiert und auf entsprechende Angebote aufmerksam gemacht wird. Dabei soll mit dem „Logbuch Generationswechsel für KMU“ ein Instrument entstehen, das eine Zusammenschau bestehender pädagogischer Unterstützungsangebote für KMU ermöglicht und mit dem gleichzeitig der betriebliche und individuelle Lernfortschritt überblickt und dokumentiert werden kann. Durch das Sichtbarmachen der eigenen Kompetenzentwicklung wird damit auch ein Beitrag zur Aufwertung informeller und non-formaler Lernsettings und zum lebensphasenbegleitenden Lernen geleistet. Begleitet werden diese Maßnahmen durch die Entwicklung eines Kennzahlen-Systems zur formativen und summativen Evaluation des Logbuchs. Langfristig sollen Akteur*innen und Institutionen auf Nachfrage- und Angebotsseite besser vernetzt werden, um Fachkräfte zu sichern und die Wirtschaftskraft von KMU in Sachsen zu stärken.

Das Projekt läuft von März bis Dezember 2016 und wird vom sächsischen Bildungsinstitut gefördert.